Besuch aus dem Partnerkirchenkreis in Tansania Milima haikutani - watu
hukutana:
Berge können nicht zueinander kommen - Menschen besuchen sich
Als unser Kirchenkreis Tempelhof vor 28 Jahren eine Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Mufindi in Tansania begann, war klar, dass neben Briefen und materiellen Hilfen, neben Gebet füreinander auch persönliche Begegnungen unverzichtbar sind.
Inzwischen waren mehrfach Tempelhofer Christen in Mufindi zu Gast, nach jeder Neuwahl laden wir den dortigen Superintendenten / Dekan mit seiner Frau zu uns nach Tempelhof ein. In diesem Mai wird uns Dekan Nathanael Mnyalape mit seiner Frau besuchen.
Wenn die beiden uns besuchen, werden sie nicht schlecht staunen, so vieles ist hier bei uns anders als bei ihnen zu Hause. Nur wenige Menschen haben eine bezahlte Arbeit. In jedem Fall ist der Verdienst so gering, dass sie ihre Ernährung vom eigenen Feld und Garten sichern müssen. Höchstens 100, - DM verdient ein Pfarrer oder Lehrer im Monat, das reicht noch nicht einmal für das Schulgeld der Kinder.
Man lebt uns isst sehr einfach: Bei Mnyalapes ist der Mais Hauptnahrungsmittel. Morgens gibt es eine Maissuppe, Uji und Tee, abends Maisbrei und Bohnen. Brot und Fleisch sind seltene Beigaben, eher schon Bananen und andere Früchte.
Fast alle Menschen in Tansania glauben an Gott. Etwa 40 Prozent der Bevölkerung sind Christinnen und Christen, davon 2/3 Katholiken, 35 Prozent sind Muslime, 25 Prozent gehören Stammesreligionen an. Zwischen den Religionen herrscht überwiegend Toleranz.
Nicht alles kann man sich für den Umgang miteinander merken, aber vielleicht einiges: Frau Mnyalape heißt zu Hause Mama Raita, warum? Ihre Kinder heißen Raita, Sarah, Mteule und Salama und sind zwischen 14 und 20 Jahre alt, die Mutter bekommt stets zur Anrede den Vornamen des ältesten Kindes dazu.
In Tansania begrüßt man sich wie bei uns mit der rechten Hand, bei ihnen wird allerdings die linke auf den rechten Unterarm gelegt. Riesig freuen sich unsere Gäste, wenn man dazu ein Wort in ihrer Stammessprache sagt und sie dabei ansieht: "Kamuene", das heißt "ich sehe dich", sie werden dann ebenso antworten.

Da in Tansania Gäste ein Segen sind, bekommen sie beim Abschied eher noch etwas geschenkt, als dass sie etwas mitbringen. Keinesfalls sollten wir uns genieren unser Schulenglisch zu reaktivieren, um mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.
Am 23. und 24. Mai wird das Ehepaar Mnyalape in Lichtenrade zu Gast sein, geplant sind ein Besuch in unserer Kindertagesstätte, die Mitwirkung im Gottesdienst zur goldenen Konfirmation am Himmelfahrtstag, einige Besichtigungen und gemeinsame Mahlzeiten bei Gemeindegliedern zu Hause. Während ihrer Zeit in Lichtenrade werden die Mnyalapes von Christiane Wagener-Lohse begleitet. Schön wäre es, wenn jemand von uns, der ihnen beim Besuch begegnet auch am 17. Mai zum Empfang am Flughafen kommen könnte und wenn viele Begegnungen zwischen den Gästen aus dem fernen Tansania und uns möglich wären. "Mtu ni watu" - Den Menschen gibt es nur in der Gemeinschaft der Menschen (Afrikanisches Sprichwort)